Aktuelles

18. Juli 2018

Neues aus dem Steinwald

Zwölf Wochen nach seiner Wiederfreilassung im Steinwald am 22. April verhält sich der junge Luchskuder recht standorttreu in einem rund 40 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Friedenfels und Pechbrunn. Die erste intensive radiotelemetrische Verfolgung dokumentierte luchstypische Ruhe- und Bewegungsmuster.

Nach wenigen Tagen wurde er durch eine der dort installierten Fotofallen erfasst. Nach einer Woche konnte das erste Reh gefunden werden und nach vier Wochen dank des Einsatzes eines speziell ausgebildeten Spürhundes schließlich ein weiteres Reh.

Obwohl seine Raumnutzung auf zwei weitere größere Beutetiere hindeutete, machte die dichte Vegetation den Nachweis schwierig. Ob der junge Luchs damit "über den Berg" ist, muss sich trotzdem noch erweisen. Jedoch sind die Voraussetzungen im Steinwald und den östlich angrenzenden Wäldern aufgrund ihres Wildreichtums denkbar gut.



Am 12. Juli veranstaltete das Landesamt für Umwelt einen Informationsabend in Friedenfels, um über Hintergrund, Wiederfreilassung und den weiteren Werdegang des jungen Luchses im Steinwald zu berichten. Die Veranstaltung fand reges Interesse bei der örtlichen Bevölkerung, insbesondere Jägern, Förstern und Naturfreunden. Die freundliche und interessierte Atmosphäre spiegelte die Aufgeschlossenheit wider, die den nun zwei in der nördlichen Oberpfalz lebenden Luchsen erfreulicherweise entgegengebracht wird.



11. Juni 2018

Internationaler Tag des Luchses

Der Internationale Tag des Luchses soll die Aufmerksamkeit auf eines unserer schönsten Wildtiere lenken. Seine heimliche und unauffällige Lebensweise macht ihn für den Menschen selten erleb- und beobachtbar und so war es mal wieder höchste Zeit den Luchs - wenigstens für einen Tag - ins Rampenlicht zu holen.

Der Internationale Tag des Luchses ist eine gemeinschaftliche Initiative des grenzübergreifenden Projekts 3Lynx. In Deutschland, Tschechien, Österreich, Italien und Slowenien veranstalteten die Partner und zahlreiche Naturschutzorganisationen öffentliche Veranstaltungen und Aktionen zu dieser faszinierenden Tierart.

Im 'LBV-Zentrum Mensch und Natur' in Nößwartling, Landkreis Cham, trafen sich am 11. Juni Luchsfreunde und Interessierte, um sich über den Luchs zu informieren. Die Biologin und Projektleiterin des 3Lynx-Projekts Sybille Wölfl informierte zur Ökologie des Luchses, zu den aktuellen Monitoringergebnissen sowie der Bedeutung der Bayerisch-Böhmischen Luchspopulation im mittel- und zentraleuropäischen Kontext.

Die anschließende Diskussion brachte die immer noch vorhandene Empörung bei zahlreichen Zuhörern zu Tage, die die illegalen Tötungen von Luchsen hervorgerufen haben. Dass dies die Hauptgefährdungsursache für die Luchspopulation in Bayern ist, ist seit langem bekannt. Das Bewusstein dafür zu schärfen, dass jetzt gegengesteuert werden muss, wenn der Luchs bei uns erhalten werden soll, dass konstruktive Kräfte aus Naturschutz, Jagd und Forst an einem Strang ziehen müssen und der Artenschutz die engagierte Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden braucht, auch dazu diente der Internationale Tag des Luchses.



4. Mai 2018

Junges Luchsmännchen wieder freigelassen

Der Ende Oktober im Landkreis Regen mutterlos aufgegriffene kleine männliche Luchs ist am 22. April erfolgreich wieder freigelassen worden. Der nun ca. 11 Monate alte und 14 kg schwere Luchs hat im Steinwald in der nördlichen Oberpfalz seine neue Heimat gefunden.

Dort lebt bereits eine junge Luchsin, die ebenso wie er eingefangen und in einem Quarantänegehege überwintert wurde. Seit ihrer Wiederfreilassung im August 2016 lebt sie dort ganz nach Luchsart sehr unauffällig. Nur durch die dort aufgestellten Fotofallen ist ihre Anwesenheit nachweisbar.

Der junge Luchskuder trägt ein Senderhalsband, so dass seine Raumnutzung, seine Tageslager und sein Beutefangverhalten dokumentiert werden können. Das erste erfolgreich erbeutete Reh konnte nach acht Tagen gefunden werden. Damit ist die größte Sorge, nämlich ob sich der junge Luchs selbständig wird ernähren können, erst einmal besänftigt. Zu dem erfolgreichen Beutefang trägt sicherlich positiv bei, dass im Steinwald zahlreiche Huftiere (Rehe, Rothirsch, Muffel) leben.

Wie sich der junge Luchs nun den Steinwald erschließen wird, ob er bleibt oder ob er auf Wanderschaft geht, wird die nächste Zeit zeigen. Da sich die beiden Luchse höchstwahrscheinlich schon gegenseitig bemerkt haben, veranlasst ihn das hoffentlich zum Bleiben. Dann hätte auch die inzwischen dreijährige Luchsin wieder einen Artgenossen in ihrer Nähe.



Das gesamte Vorhaben wurde in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden, den betroffenen Interessensgruppen vor Ort sowie mit tatkräftiger Unterstützung der Güterverwaltung Friedenfels durchgeführt (siehe auch Notiz des AK Luchs Nordbayern).



19. März 2018

Wolf bei Netolice im Böhmerwald fotografiert

Anfang Februar wurde ein Wolf durch Fotofallen erfasst, die im Rahmen des 3Lynx-Projekts im südlichen Böhmerwald aufgestellt worden waren. Das Foto zeigt einen einzelnen Wolf, wie er einen Forstweg entlangläuft.

Seit 2015 der erste Wolf nahe des Lipno-Stausees mittels Fotofalle nachgewiesen wurde, haben sich in den darauffolgenden Jahren die Hin- und Nachweise verdichtet: 2016 wurde ein Wolfspaar nachgewiesen und 2017 schließlich die ersten Welpen.

Weitere Informationen zum aktuellen Nachweis sowie zur Rückkehr des Wolfes in die Böhmerwaldregion sind auf der 3Lynx-Projekt-Website unter <News> zur Verfügung gestellt.



6. März 2018

Zwei junge Luchse am Abend des 4. März überfahren

Am Sonntag, den 4.3. wurden gleich zwei junge Luchse an entgegengesetzten Enden des Bayerischen Waldes überfahren. Bei Hinterschmiding im Landkreis Freyung-Grafenau wurde gegen 20 Uhr eine junge Luchsin beim Überqueren der Bundesstrasse B12 erfasst.
Der zweite junge Luchs wurde auf der Staatsstrasse 2326 bei Arnbruck im Landkreis Regen vermutlich von einem Auto touchiert. Der Unfallverursacher fuhr offensichtlich weiter. Erst ein nachfolgender Autofahrer meldete das Tier gegen 21 Uhr der Polizei.

Während die Herkunft der jungen Luchsin noch unbekannt ist, konnte der zweite Luchs anhand des Fleckenmusters als Sohn der dort lebenden Luchsin identifiziert werden. Spuren im Schnee wiesen darauf hin, dass er mit Mutter und Geschwistern unterwegs war.

Beide Luchse werden nun einer routinemäßigen Untersuchung durch die Wildtierspezialisten von FeliCITES zugeführt.

An der St2326 ist dies der zweite überfahrene Luchs (erster im Juni 2012). An der B12 zwischen Philippsreut und Höhe Hinterschmiding ist es nach März 2016 und September 2017 nun schon der dritte Luchs.



23. Januar 2018

3Lynx-Projektpartner treffen sich in Bayern

Einen "Meeting-Marathon" leisteten die 3Lynx-Projektpartner der fünf beteiligten Länder zwischen dem 15. und 18. Januar. Dabei ging es die ersten beiden Tage zunächst um die Schaffung einer gemeinsamen Datengrundlage und die Regelung des Datenaustauschs. Eine länderübergreifende Datenbank soll die Zusammenarbeit im Luchsmonitoring erleichtern und effizienter gestalten. Ihre Entwicklung wird auf bestehenden Lösungen aufsetzen und tierartspezifische Erfordernisse hinsichtlich den wichtigen Fotofallendaten zum Luchs berücksichtigen.
Der dritte Tag widmete sich projektbezogenen Themen: der Online-Plattform für die Zusammenarbeit der elf Projektpartner, Berichts- und Dokumentations-pflichten, Abgabefristen und weitere Terminplanungen. Sehr bürokratisch, aber ein Muss, das wegen des Engagements aller Beteiligten und der straffen Leitung durch das tschechische Umweltministerium (beinahe) zum Vergnügen geworden ist.
Am 18. Januar schließlich wurde der erste Schritt in Richtung 'Lynx Conservation Strategy' getan. Die erstmalige Umsetzung eines populationsübergreifenden Ansatzes über mehrere Länder hinweg darf dabei als ein Novum in Mitteleuropa bezeichnet werden.



14. Januar 2018

Schwer verletzt aufgegriffenes Luchsweibchen wurde euthanasiert

Im nördlichen Landkreis Freyung-Grafenau wurde am 12. Januar eine schwer verletzte und völlig abgemagerte junge Luchsin aufgegriffen. Am 10. Januar hatte sie noch versucht in Dorfnähe an Futter zu kommen und fiel dabei einer Anwohnerin auf. Als die Luchsin zwei Tage später bei Baumpflegearbeiten in einer Hecke neben einer Straße entdeckt wurde, lebte sie noch, bewegte sich aber nicht mehr. Die hinzugerufenen Tierärztinnen immobilisierten das Tier und nahmen es mit. Die Schwere der Verletzungen und der erbarmungswürdige Zustand der jungen Luchsin gab jedoch dann den Ausschlag für die Euthanasierungsentscheidung.
Der Tierkörper wird nun einer genaueren pathologischen und forensischen Untersuchung bei FeliCITES zugeführt. So lässt sich hoffentlich klären, wie die Verletzungen zustande gekommen sind.



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