Presseinfo

Presseinfo 1 - Projektdaten und -partner
Presseinfo 2 - 3Lynx-Projekt
Presseinfo 3 - Bearbeitete Projekte in Bayern
Presseinfo 4 - Projektarbeit und -hintergrund
Presseinfo 5 - Luchsökologie

 

Presseinfo 1 - Projektdaten und -partner  
Projektname 3Lynx
Projektlaufzeit 7.2017 - 6.2020
Projektfinanzierung In Deutschland (Bayern): Zu 80% über EU-Mittel des Programms Interreg Central Europe - European Regional Development Fund (ERDF).
Zu 20% über Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit.
Projektleitung Lead Partner: Tschechisches Ministerium für Umweltschutz (MoE)
Projektpartner
- Tschechisches Ministerium für Umweltschutz (MoE)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt (BayLfU)
- World Wide Fund for Nature (WWF Deutschland)
- Tschechisches Landesamt für Natur und Landschaft (AOPK)
- Sumava Nationalparkverwaltung (SUNAP)
- Alka Wildlife e.V.
- Oberösterreichische Landesregierung (LR OOe)
- Grünes Herz Europa (GHE)
- Slowenischer Forest Service (SloFS)
- Luchsprojekt Italien (PLI)
- Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Veterinärmedizinische Universität Wien (FIWI)
  Assoziierter Partner: Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Zagreb
Projekt-Website http://www.interreg-central.eu/3Lynx


 

Presseinfo 2 - 3Lynx-Projekt  

3Lynx ist ein transnationales Kooperationsprojekt zum Schutz und Erhalt des Luchses in der zentraleuropäischen Region. Während der dreijährigen Laufzeit von Juli 2017 bis Juni 2020 wird der im Trans-Lynx-Projekt verfolgte populationsübergreifende Ansatz weitergeführt. Im Fokus steht die bayerisch-böhmisch-österreichische Luchspopulation. Jedoch sollen Synergieeffekte auch für die Luchsvorkommen in der italienisch-slowenischen und der slowenisch-kroatischen Region geschaffen werden. Insgesamt sind elf Projektpartner aus fünf Ländern an dem Projekt beteiligt: Deutschland, Tschechien, Österreich, Slowenien, Italien.

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung einer populationsübergreifenden Schutzstrategie für den Luchs. Insbesondere sollen darin Probleme im Luchsschutz- und management, Hauptgefährdungsursachen und mögliche Lösungen adressiert werden. Die konkrete transnationale Umsetzung eines populations- und länderübergreifenden Ansatzes stellt ein Novum in Mitteleuropa dar.

Mehr zum Luchs und zum Luchsprojekt unter www.luchs-bayern.de

 

Presseinfo 3 - Bearbeitete Projekte in Bayern  

2013-2015 | Bayerisch-tschechisches Trans-Lynx-Projekt

Im Rahmen des bayerisch-tschechischen Kooperationsprojekts "Trans-Lynx" werden die Artenschutzarbeiten im bayerischen Luchsschutz weitergeführt. Als Projektträger für das zweijährige Projekt fungiert die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Niederbayern.

Der frühere Projektträger - die Trägergemeinschaft, bestehend aus Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, Wildland-Stiftung Bayern und WWF - bleibt dem Luchsprojekt als Projektpartner weiter erhalten.

Mit den tschechischen Projektpartnern wird in dem von 2013 - 2015 laufenden Projekt werden die Artenschutzbemühungen erstmals großräumig und populationsübergreifend und in grenzüberschreitender Zusammenarbeit angegangen. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu dem notwendigen populationsbezogenen Luchs-Management.

2010-2012 | Umsetzungsprojekt Luchs-Managementplan

Die Grundlage für das Umsetzungsprojekt bildete der Luchs-Managementplan, der 2008 durch das Bayerische Umweltministerium veröffentlicht wurde. Der Plan steckt die Rahmenbedingungen für den Umgang mit dieser Tierart ab und skizzierte die Kernaufgaben, die im Umsetzungprojekt zwischen 2010 und 2012 angegangen und weiterentwickelt worden sind.

Die Projektträgerschaft übernahm die so genannte Trägergemeinschaft aus Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und der Wildland-Stiftung des Bayerischen Jagdverbandes. Damit stellten sie sich gemeinsam der Verantwortung für den Luchs in Bayern. Das Projekt hatte Beispielcharakter für eine konstruktive, interessenübergreifende Zusammenarbeit auch bei schwierigen und konfliktträchtigen Themenbereichen.

Mehr zum Luchs und zum Luchsprojekt unter www.luchs-bayern.de

 

Presseinfo 4 - Projektarbeit und -hintergrund  

Seit nun drei Jahrzehnten hat der Luchs im ostbayerischen Raum wieder eine Heimat gefunden. In den Hochlagen des Bayerischen Waldes hat sich der Luchs etabliert und breitet sich nun mehr und mehr auch in Richtung Oberpfälzer Wald und Donau aus. Derzeit wird der Bestand auf 20 bis 40 Tiere geschätzt.

Vor allem außerhalb der Staatswaldbereiche sorgt die große Katze für Aufregung, denn ihre Rückkehr wird nicht von jedermann begrüßt. Denn aufgrund seiner Lebensweise gerät der Luchs manchmal in Konflikt mit den Nutzungsansprüchen verschiedener Interessensgruppen aus Jagd, Forst und Landwirtschaft.

Über ein Jahrhundert nicht mehr in Bayerns Wäldern zuhause, ist der Luchs heutzutage für viele ein unbeschriebenes Blatt. Auf der einen Seite werden deshalb die Schauermärchen aus alten Überlieferungen von der blutrünstigen und heimtückischen Bestie nur zu gerne geglaubt. Der Luchs wird verteufelt und als Sündenbock für die derzeit verzwickte Wald-Wild-Situation abgestempelt.

Auf der anderen Seite stilisieren viele Menschen aus dieser Unwissenheit heraus den Luchs hoch zu einem Gütezeiger für eine noch intakte Natur oder gar zum Retter des Waldes. Sie sehen in der Rückkehr des Luchses eine Art Wiedergutmachung an der Natur und erhoffen sich eine Lösung der Schalenwildproblematik.

Extremmeinungen also auf beiden Seiten, nach dem Motto "Nur das glauben, was man glauben will". Ein erfolgversprechender, interessensübergreifender Umgang mit dieser Tierart kann aber nur auf einem fundierten Wissen über ihre Ökologie und Lebensraumansprüche aufbauen.

Das Luchsprojekt Bayern hakt gerade hier mit seinen vier Projektzielen ein.
Es will ...
  1. den tatsächlichen Luchsbestand möglichst genau erfassen und eventuelle Populationstrends ermitteln;
  2. die Menschen vor Ort sachlich und fachlich fundiert informieren;
  3. die Akzeptanz und Toleranz gegenüber dieser Tierart auf der Grundlage von Fakten erhöhen;
  4. mit allen beteiligten Interessensgruppen ein akzeptiertes und langfristiges Miteinander von Mensch und Luchs erreichen.

Dabei leiten folgende Gedanken die tägliche Arbeit:

  • Schutzgebiete reichen in Mitteleuropa als Lebensgrundlage für den Luchs nicht aus. Wegen der hohen Raumansprüche des Luchses sind Großschutzgebiete allein für ein dauerhaftes Überleben einer Luchspopulation zu klein - der Luchs muss auch in der Kulturlandschaft leben dürfen.
  • Der Luchs ist kein Indikator für unberührte Wildnis. Das Vorkommen des Luchses in einer Region zeigt keine intakten Ökosysteme oder gar Wildnis an. Er kann vielmehr auch in unserer Kulturlandschaft gut überleben.
  • Der Luchs ist ein Indikator für Akzeptanz und Toleranz in unserer Gesellschaft. Eine ausreichende Akzeptanz und Toleranz des Menschen gegenüber großen Beutegreifern wie dem Luchs ist die Grundvoraussetzung für das Überleben der Art in Bayern und in Mitteleuropa.

Im Vergleich zu den Bedingungen während seiner Ausrottung vor gut 150 Jahren hat sich die Situation inzwischen zu seinen Gunsten gewandelt: Die Schaf- und Ziegenhaltung hat stark nachgelassen, die Tiere werden praktisch nicht mehr in Waldweide gehalten. Die Waldfläche Bayerns nimmt aufgrund der fortschreitenden Extensivierung der Landwirtschaft zu.

Die Einstellung gegenüber den großen Beutegreifern hat sich - ausgehend von der städtischen Bevölkerung - verändert: weg von dem Konkurrenzdenken hin zu einer Sicht der Fleischfresser als notwendiger Bestandteil im ökologischen Gesamtgefüge.

Jedoch sind einige Landnutzer nach wie vor sehr skeptisch. Der Luchs wird teilweise als Konkurrent angesehen, der die durch die forstlich geprägte Devise "Wald vor Wild" vielerorts schon reduzierten Rehwildbestände weiter dezimiert.

Eine Entschädigungsregelung bezüglich der nachweislich vom Luchs erbeuteten Nutztiere existiert seit Anfang 1998. Pro Jahr werden rund 425 € für Luchsübergriffe auf Schafe und Wild in landwirtschaftlicher Gehegehaltung ausgezahlt.

Auch wirkt im Bayerischen Wald die jüngere Geschichte als große Altlast nach: das nicht genehmigte Aussetzen von Luchsen Anfang der 70er Jahre, ohne Einbezug der Bevölkerung vor Ort, hat tiefes Mißtrauen gegenüber dem Arten- und Naturschutz entstehen lassen.

Derzeitige Problemfelder lassen sich vor allem auf den zwischenmenschlichen Bereich reduzieren: Unsachlichkeit sowohl auf Luchsbefürworter- als auch auf Luchsgegnerseite lassen Fronten entstehen, die meist emotional begründet und deshalb nur schwer aufzuweichen sind. Oft muß der Luchs als willkommener Sündenbock für tiefe Frustration herhalten, die sich auf Kommunikations-schwierigkeiten und Beratungsresistenz begründet.

Dringend notwendig ist eine Versachlichung der Diskussion. Nur so lässt sich wieder ein wechselseitiges Vertrauen aufbauen. Weder eine Verteufelung noch eine Verherrlichung bringen den Luchs weiter. Auf einer sachlichen und fachlich fundierten Basis kann aber ein ehrlicher, interessensübergreifender und langfristiger Umgang mit dem Luchs möglich sein. Genau hier setzt das Luchsprojekt Bayern an: detaillierte Feldforschung gepaart mit transparenter Öffentlichkeitsarbeit schafft die Grundlage für ein nachhaltig mögliches Miteinander der Ansprüche von Mensch und Luchs in Bayern.

Denn dem Luchs fehlt es in Bayern nicht an Lebensraum, er braucht vielmehr Akzeptanz, Toleranz und Offenheit von uns Menschen. Dies erreichen wir aber nur, wenn wir es schaffen, die Gräben innerhalb und zwischen den beteiligten Interessensgruppen zu schließen. Der Luchs also als einmalige Chance - für uns Menschen.

Mehr zum Luchs und zum Luchsprojekt unter www.luchs-bayern.de

 

Presseinfo 5 - Luchsökologie  

Der Luchs ist etwa schäferhundgroß und wiegt um die 20 Kilogramm. Erkennungsmerkmale sind die oft ausgeprägte rotbraune Fellzeichnung mit dunkler Fleckung, der schwarz abgesetzte Stummelschwanz und die Haarbüschel auf den Ohren.

Luchse sind Einzelgänger, ein erwachsenes Tier braucht im Durchschnitt ein rund 100 Quadratkilometer großes Revier. Dabei haben die Gebiete der Männchen eine Flächenausdehnung bis zu 400 km², in denen dann die Reviere eines oder mehrerer Weibchen miteingeschlossen sind.

Die Paarungszeit liegt im Spätwinter, die durchschnittlich zwei Jungen werden Mitte Mai bis Mitte Juni geboren. Die Jungtiere bleiben etwa 10 Monate bei der Mutter, müssen dann aber das angestammte Wohngebiet verlassen und sich eigene Reviere suchen. Die Jungensterblichkeit ist sehr hoch - von zehn Jungtieren überleben nur ein bis zwei die Zeit bis zur Selbständigkeit.

Der Luchs ernährt sich bei uns in Mitteleuropa hauptsächlich von rehgroßen Huftieren, also von Reh, Gämse und Mufflon. Als Pirsch- und Lauerjäger überrascht er seine Beute und springt sie aus kurzer Entfernung an, hetzt sie also nicht wie Hund und Wolf. Als weitere mögliche Beutetiere gelten Rotwild, Hase, Fuchs, Wildschwein, Marder, Katzen, Kleinnager und Waldhühner.

Der Luchs ist an deckungsreichen Lebensraum gebunden. Nur dort kann er sich nahe genug an seine Beute anschleichen und wird auch von uns Menschen weniger wahrgenommen. Er nutzt nicht nur große geschlossene Waldungen, sondern auch kleinstrukturierte Wald-Feld-Landschaften mit einer meist hohen Rehdichte. Die Chancen des Luchses in den Bayerischen Wäldern stehen - bezüglich des Lebensraumes - durchaus gut.

Mehr zum Luchs und zum Luchsprojekt unter www.luchs-bayern.de

Wie können Sie mithelfen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Sie dem Luchs helfen können.
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